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Das Joby Wavo Pro in der Praxis: Was du vom neuen Kameramikrofon erwarten kannst

Als ich mit dem Wavo Pro unterwegs war und zwischenzeitlich starker Wind aufkam, überlegte ich schon, ob ich den Outdoor-Test nicht besser auf einen anderen Tag verschiebe. Doch wie sich herausgestellt hat, ist das Joby Wavo Pro ein universell einsetzbares Kamera Mikrofon mit vielversprechenden Funktionen.

Joby Wavo Pro Testbericht auf Mikrofonwelt

Dank der kompakten Größe und der Active Noise Reduction ist es ideal für weite Wege oder Reisen. Die Möglichkeit, ein zusätzliches Mikrofon anzuschließen, ist sehr praktisch und gestaltet das Joby Wavo Pro durchaus flexibel. Für mehr Kontrolle während des Videodrehs sorgt die zugehörige App, in der du z.B. den Equalizer jederzeit anpassen kannst.

Auf eine der Anpassungen habe ich direkt zurückgegriffen, als ich in der oben beschriebenen Situation war. Ich stattete das Mikrofon mit dem beiliegenden Fell-Windschutz aus und testete das Wavo Pro eine ganze Weile. Mehr dazu erfährst du in diesem Testbericht.

Lieferumfang

Dem Joby Wavo Pro liegt alles bei, was du für die Anwendung brauchst. Das heißt du erhältst ein 3,5 mm Klinkenkabel für die Verbindung von Mikrofon und Kamera. Außerdem liegt ein passendes USB C/USB Kabel bei, mit dem du das Wavo Pro auflädst. Weiterhin findest du einen Fell-Windschutz, den du bei starkem Wind über das Mikrofon ziehst.

Joby Wavo Pro Lieferumfang

Joby Wavo Pro im Überblick

  • Mikrofonart: Richtmikrofon
  • Schnittstelle: 3,5 mm Klinke; Bluetooth
  • Anwendung: Video
  • Richtcharakteristik: Superniere
  • Frequenzbereich: 20 – 20.000 Hz
  • Grenzschalldruck: 115 dB
  • Akku-Dauer: bis zu 60 Stunden
  • Gewicht: 161 g
  • Smartphone App für mehr Kontrolle
  • Inkl. Windschutz, TRS Kabel und USB Kabel

Zur Herstellerseite: Joby Wavo Pro

Joby Wavo Pro

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Design & Bedienung (Äußeres)

Abgesehen vom Blitzschuh-Adapter ist das komplette Gehäuse in schickem Schwarz gehalten. Optisch wirkt das Wavo Pro äußerst modern und die Aufschrift „Active Noise Reduction“ weckt direkt Neugier. Schließlich gibt es nicht viele Mikrofone, die eine ANR-Funktion besitzen.

Das Wavo Pro arbeitet mit einem Elektret-Kondensatormikrofon, welches sich hinter dem Windschutz verbirgt. Zieht man dieses ab, wirkt es als wäre das Gehäuse in 3 „Etagen“ unterteilt. Oben befindet sich das Mikrofon, darunter sitzt die Active Noise Reduction Einheit. Beides ist aus Metall gefertigt, nur der Teil, in dem die Elektronik sitzt, ist aus Plastik gebaut. Auf diesem befindet sich eine elastische Rycote-Halterung, welche das Mikrofon vor Trittschall und Griffgeräuschen schützen soll.

Um das Joby Wavo Pro direkt auf eine Kamera zu stecken, nutzt du den integrierten Blitzschuh-Adapter. Mit einem Rad veränderst du die Größe und befestigst das Mikrofon sicher an der Kamera. Alternativ drehst du es auf ein passendes Stativ mit 3/8“ Gewinde.

Auf der schmalen Rückseite sind drei Button angebracht. Mit dem oberen änderst du die Aufnahme-Einstellung. Du hast die Wahl zwischen Mono sowie einem Safe Track. Letzteres erzeugt zwei Tonspuren, wobei eine um -10 dB weniger empfindlich reagiert. So hast du für mögliche Passagen, in denen die Audioaufnahme übersteuert, noch ein leiseres Back-Up. Ein LED-Punkt zeigt dir den aktuellen Modus an.

Der untere Button dient dazu Bluetooth ein und wieder auszuschalten. Dazwischen liegt der Ein- und Ausschalter mit praktischer LED-Anzeige. Anhand von den drei Farben grün, gelb und rot siehst du den aktuellen Aufnahmepegel. Dabei blinkt die Anzeige grün auf, wenn es Geräusche wahrnimmt. Gelb bedeutet, dass sie die Geräusche fast zu laut sind, während rotes Licht auf die Übersteuerung hindeutet.

Um den Aufnahmepegel jederzeit steuern zu können, ist auf beiden Seiten der Elektronik-Einheit ein Knopf angebracht. Damit erhöhst du den Pegel um 10 bzw. 20 dB. LED Lichter mit passender Beschriftung zeigen die den Stand an. Weiterhin siehst du ein Kamera bzw. auf der anderen Seite ein Mikrofon Symbol neben Eingängen für die Klinkenkabel. Auf der rechten Seite ist zusätzlich der USB-C Eingang untergebracht.

Zum Abschluss gibt es noch zwei weitere LEDs, die anzusprechen sind. Auf der Vorderseite liest du ab, ob das Mikrofon ein oder ausgeschaltet ist. Was praktisch ist, denn dann musst du nicht jederzeit hinter das Mikrofon blicken, falls du davorsitzt. Das Licht auf der Rückseite ist für das externe Mikrofon gedacht. Dieses leuchtet – je nach Eingangspegel – in grün/gelb/rot auf und zeigt dir somit ebenfalls an, ob das externe Mikrofon übersteuert.

Funktionen

Das Joby Wavo Pro ist vor allem an Content Creator gerichtet und dazu muss es sich auf viele verschiedene Aufnahmeszenarien einrichten. Vielversprechend in der Hinsicht ist der Ausblick auf die Funktionen, die in der Praxis einige Anpassungen bieten.

Mehr Flexibilität durch zusätzliches Mikrofon

Vor allem für Content Creator, die alleine unterwegs sind, ist der zusätzliche Mikrofonanschluss des Wavo Pro ein wunderbares Feature. Wer alleine filmt kennt das Problem mit dem Sound. Manchmal möchte man die Kamera auf etwas richten und es kommentieren. Doch so befindet man sich hinter dem Mikrofon und ist kaum wahrnehmbar. Eine Lösung für das Problem besteht darin ein zusätzliches Lavaliermikrofon zu nutzen, welches am Körper getragen wird, während das Hauptmikrofon weiterhin gerichtet bleibt.

Als Zweit-Mikrofon ist z.B. das Wavo Air ideal geeignet, welches wir bereits getestet haben (zum Wavo Air Testbericht). Das Funksystem macht dich flexibel und die Kamera lässt sich jederzeit abstellen, ohne dass Kabel entfernt werden müssen.

Zuvor drückst du den oberen Schalter, damit es soundtechnisch passt. So werden die beiden Mikrofone separat aufgenommen und auf die linke bzw. rechte Tonspur gelegt. Das bedeutet, das die Signale nicht vermischt werden und du später beim Schnitt auf zwei einzelne Tonspuren zurückgreifst.

Außerdem lassen sich die Signale unabhängig voneinander verstärken. Auf beiden Seiten des Mikrofons findest du jeweils einen Schalter zwischen zwei LED. Damit erhöhst du das Ausgangssignal wahlweise um 10 oder 20 dB. Die LED zeigen dir an, welche Option derzeit aktiv ist.

Klarer Sound dank Active Noise Reduction

Um die ANR-Funktion zu nutzen, benötigst du die Wavo Pro App. Nachdem Mikrofon und Smartphone gekoppelt sind (bei mir funktionierte es erst nach einer Neuinstallation), siehst du einen ANR Button, mit dem du die Funktion ein- und wieder ausschaltest.

Eine App für mehr Kontrolle

Für noch mehr Funktionen greifst du auf dein Smartphone zurück. Die Joby Wavo Pro App bietet dir einen Equalizer mit Presets sowie einen Levelmeter, um den Eingangspegel im Blick zu behalten. Außerdem aktivierst du hier Active Noise Cancelling für klareren Sound.

In der Praxis

Das Alles schauen wir uns gleich näher an. Im Praxistest wurde das Wavo Pro in verschiedenen Umgebungen getestet. Natürlich wurden auch die Funktionen genauestens geprüft. Dazu habe ich das Wavo Pro auf meine GoPro gesteckt und mich mit einem zusätzlichen Mikrofon auf den Weg gemacht.

Unterwegs mit dem Wavo Pro

Direkt zu Beginn macht sich das angenehme Gewicht bemerkbar. Es ist weder zu leicht noch zu schwer und lässt sich gut tragen. Zusammen mit meiner Kamera und Selfiestick wog das gesamte Equipment gerade mal 460 Gramm. Lässt sich also auch auf längeren Touren aushalten.

Weiterhin ist ein guter Halt auf einem Tripod garantiert und das obwohl das Wavo Pro fast 3 mal so hoch ist wie die kleine GoPro.

Was die Bedienung angeht, hat alles wunderbar geklappt. Die Symbole und Funktion sind selbsterklärend. Ein Blick in die Anleitung reicht aus, um sich alles einzuprägen, was man unterwegs braucht. Dank der LED-Anzeigen bist du jederzeit informiert, welche Funktion aktiv ist und wie sich der aktuelle Aufnahmepegel verhält.

Die beiden Button zur Signalverstärkung lassen sich auf beiden Seiten gut bedienen und die Kabel-Eingänge sind so angebracht, dass kein Kabel vor der Kameralinse hängt und die Aufnahme ruiniert. Dies stellte ebenfalls kein Problem dar, als ich ein zweites Mikrofon angeschlossen habe. Dazu gleich mehr.

Safety Track (für alle Fälle) und Mono-Aufnahmen

Alle die schon einige Zeit mit Tonaufnahmen zu tun haben, kennen das Problem. Endlich ist die Aufnahme abgeschlossen und die Bearbeitung steht an. Aber was ist nur mit dem Ton passiert? Die Tonspur übersteuert an vielen Stellen, klingt schrecklich und ist schlussendlich unbrauchbar.

Damit dir das nicht passiert, ist es in ungewohnten Aufnahme-Situationen empfehlenswert, einen Safety Track anzulegen. Das bedeutet, dass das Signal auf 2 Monospuren abgelegt wird, wobei eine der beiden Seiten mit 10 dB weniger Empfindlichkeit recordet. Solltest du nun am PC feststellen, dass die Aufnahme viel zu laut ist, verfügst du über ein leiseres Backup.

Um den Safety Track zu aktivieren, drückst du den oberen Button am Wavo Pro. Die Funktion ist aktiv, wenn die LED nicht leuchtet. Drückst du den Button erneut, schaltest du in den Mono-Modus. Nun wird das Signal auf die herkömmliche Weise aufgezeichnet und es entsteht eine Mono-Soundspur.

Im Test gab es hierbei keinerlei Probleme. Im Nachhinein wurden die Videoaufnahmen geprüft und die jeweiligen Tonspuren wurden wie gewünscht erzeugt.

Der Pfeil zeigt die Stelle, als ich während der Aufnahme den Safety Track aktiviert habe. Der Unterschied ist deutlich erkennbar.

Screenshot Joby Wavo Pro Safety Track

Die Tonqualität

Normalerweise freut man sich nie über starken Wind während einer Aufnahme. Doch testet man zufällig ein Mikrofon, sieht es schon wieder anders aus. Der aufgesteckte Windschutz aus Schaumstoff hält schon einiges aus und bei besonders starken Wind, wird der Fell-Windschutz rausgeholt und übergezogen. Das Fell verwirbelt den Wind und sorgt dafür, dass keine Verzerrungen entstehen.

Joby Wavo Pro mit Windschutz in der Hand

Wenn es nach draußen geht, sollte der Fell-Windschutz jederzeit dein Begleitung sein. Beim Recording in Innenräumen reicht der normale Schutz vollkommen aus.

Im Wavo Pro Test hat sich die Supernieren-Charakteristik als zuverlässig erwiesen und auch wenn leicht am Mikrofon dran vorbei gesprochen wurde, waren die Aufnahmen vollkommen zufriedenstellend.

Der Frequenzgang ist weitestgehend linear, wobei die tiefen Frequenzen leicht angehoben sind. Außerdem gibt es zwischen 300-900 Hz ein paar Schwankungen. Wer andere Frequenzen betonen möchte, greift auf einen Equalizer zurück. Dabei hast du die Wahl, ob du die Einstellung direkt am Mikrofon (bzw. in diesem Fall in der Smartphone-App) festlegst oder später beim Videoschnitt drauf achtest.

Wozu das Wavo Pro am besten taugt

Als typisches Richtmikrofon ist das Wavo Pro in allen Situation geeignet, in denen der Sound vor der Kamera aufgenommen werden soll. Zum Beispiel, wenn du In- oder Outdoor vor der Kamera sitzt/stehst und dich selbst aufnehmen möchtest. Ein anderes denkbares Szenario ist, wenn die Kamera von einer zweiten Person bedient wird. Wenn also Mikrofon und Kamera gleichgerichtet sind, wirst du einen guten Sound bekommen.

Aufgrund der Supernieren-Charakteristik sind Töne aus dem Hintergrund kaum wahrnehmbar. Außer du stehst direkt dahinter und sprichst. Dabei ist mir negativ aufgefallen, dass die Stimme auf diese Weise stark tiefenbetont ist. Zum Glück gibt es eine Lösung, die vor allem beim Vlogging sinnvoll ist.

Wavo Air als optimale Ergänzung zum Wavo Pro

Dem Joby Wavo Air Mikrofon haben wir bereits den letzten Testbericht gewidmet und nun kam es ein zweites Mal zum Einsatz. Nicht immer reicht ein Mikrofon aus und genau für diesen Zweck verfügt das Wavo Pro über einen Eingang für ein zweites Mikrofon.

Vor allem beim Vlogging ist es üblich, die Kamera hin und her zu drehen. Von sich selbst auf ein interessantes Gebäude oder eine beeindruckende Aussicht und zurück. Darunter leidet der Sound, denn das Mikrofon ist ja immer in die gleiche Richtung wie die Kameralinse gerichtet. Um das zu umgehen, ist der Einsatz eines zweiten Mikrofon ideal.

Joby Wavo Pro zusammen mit Wavo Air
Wavo Pro und Wavo Air vereint

Für mehr Bewegungsfreiheit (sprich: keine Kabel) kommt ein Funkmikrofon wie das Rode Wireless Go oder Joby Wavo Air wie gerufen. Auf diese Weise nimmst du mit dem Ansteckmikrofon deine Stimme auf, während das Wavo Pro vor allem für die Umgebungsgeräusche und Atmosphäre sorgt. Das praktische daran ist, dass du auch das zweite Mikrofon mit +10 oder +20 dB verstärken kannst, Außerdem hast du die Wahl, ob du für jedes Mikrofon eine eigene Tonspur anlegst oder den Sound in einem Track mischt.

Fazit/Meinung

Insgesamt bietet das Wavo Pro ein gelungenes Erlebnis. Die Bedienung ist einfach gestaltet und die Funktionen lassen sich schnell einprägen. Vor allem der zweite Mikrofon-Eingang macht das Wavo Pro unglaublich flexibel im Einsatz. Daneben sorgt die Funktion „Safety Track“ für mehr Sicherheit bei der Aufnahme und dank Active Noise Reduction lässt sich das Wavo Pro in vielen Szenarien einsetzen.

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